Der wöchentliche Wiegetermin steht auf dem Programm. Da ich noch ein „Winzigmann“ bin steckt mein Frauchen Sabine mich immer einfach in die Krups Rührschüssel und ab geht es auf die Küchenwaage. Heute wiege ich schon stolze 1757 Gramm. Das sind fast 500 gr. mehr wie als ich eingezogen bin.
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Hoffentlich wollen die mich nicht doch irgendwann verspeisen. So süß wie ich bin . |
Ich kann es nicht mehr hören. „Oh, ist der süß!“ – „Der ist ja niedlich.“ – „Was ist das denn für ein Hübscher.“ – „Wo gibt es so tolle Hunde?“ Ich kann keinen 50 Meter mit meinen Leuten spazieren gehen ohne dass wir anhalten müssen und ich mich begrabbeln lassen muss. Was ich am Anfang noch mit stolzgeschwellter Brust über mich ergehen lassen habe – schließlich liebe ich Menschen und Kinder ganz besonders – fängt langsam doch an zu nerven. Ich komme gar nicht mehr voran um die Gegend und die Geschäfte zu erkunden, immer heißt es „Stopp“ und ich muss eine Pause in meinem Tun einlegen. Vielleicht sollten Sabine und Klaus einfach Visitenkarten meiner Züchterin verteilen damit wir schneller weiter kommen. Aufgrund des schlechten Wetters bin ich im Moment meist in Baumärkten, Kaufhäusern, Zoofachgeschäften oder an Münsters überdachtem Prinzipalmarkt unterwegs. Die Kassiererinnen an der Kasse und die Verkäufer in den Geschäften kennen mich schon und freuen sich jedes Mal mich wieder zu sehen. Dann bekomme ich ein Lecker oder ein Spielzeug geschenkt – tolle Menschen. Das macht richtig Spaß und ich kenne alle Läden und ihre Sortimente und weiß genau wo es interessantes für mich gibt.
Zu Hause haben meine Leute im Wohnzimmer inzwischen einen kleinen Welpenspielplatz zusammen gesammelt. Tunnel, ein kleiner Steg, Wackelbretter, Kartons zum Durchlaufen und Reinklettern und vieles mehr. Schließlich bin ich ein Terrier und möchte abwechslungsreich beschäftigt werden - nur durch die Gegend laufen wäre ja langweilig und würde mich nicht genug fördern und fordern.
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| Im Wohnzimmer ist immer was los – da kommt sogar der Weihnachtsmann zu Besuch. |
Bereits in den ersten zwei Tagen zeigt sich, dass unser kleiner Parson nicht viel von unserer Namensauswahl hielt. Noch so ein verlockendes Churchill mochte erklingen, er ignorierte diese Rufe. Riefen wir ihn jedoch „Winzigmann“ folgte er uns sofort. Wir stellten fest, dass der Hund auf jeden Namen reagierte in dem zwei „i“ durchklangen. Also verkürzten wir Churchill auf „Chilli“ und seitdem hört der Kleine freudig auf seinen Namen.
Was sollen wir bloß tun? Dieses elendige Mistwetter führt dazu, dass Chilli seine von der Züchterin schon so gut vorgearbeitete Stubenreinheit langsam aber sicher verlernt. Die ersten Tage hat er fast immer seine Geschäfte auf der vor der Terassentür ausgelegten Zeitung verrichtet. Aber inzwischen macht er immer öfter einfach wahllos auf Teppich und Fliesen, wo er gerade steht und geht. Draussen regnet es fast immer noch ununterbrochen und Chilli findet den nassen Rasen einfach nur schrecklich. Er fängt schon an sich im Haus zu verstecken, wenn er merkt, dass jemand von uns ihn zum Pipi machen nach draussen bringen will. Schleunigst muss eine Lösung her, bevor sich dieses Verhalten verfestigt. Unsere einzige unorthodoxe Idee ist das nur als Abstellraum genutzte Blockdielen-Gartenhaus umzufunktionieren. Im Gartenhaus sollte Rasen auf einer dicken Folie verlegt werden und Licht installiert werden. Die Verkabelung und Installation eines 250 Watt-Strahlers hat Klaus direkt am nächsten Tag erledigt. Aber woher bitte schön sollen wir im Januar Rollrasen bekommen? Zwei Tage endlosen Telefonierens folgten. Bis wir endlich einen Gartenbauer gefunden hatten, der eigentlich nur für eigene Reparaturzwecke immer eine kleine Menge Rollrasen im Gewächshaus parat hat. Mit Engelszungen konnten wir ihn überzeugen, dass er uns davon ganz dringend 8 Quadratmeter überlassen muss. Immerhin blieb der Preis fair. Wir haben das gleiche bezahlt wie Rollrasen in der Saison auch kostet. Das trockene, zugfreie und beleuchtete Indoor-Klo ist fertig.